ILONA STÜBERL - eine ungarische Komposition im Zentrum Wiens

Das kleine Restaurant im Herzen Wiens verdankt seine Entstehung der ungarischen Revolution von 1956. Damals beschlossen die Ungarin Ilona und ihr Mann, ebenfalls ein Ungar, Michael Somlai, den Flüchtlingen ihrer Heimat zu helfen und eröffneten im November 1957 das Lokal in der Bräunerstrasse, wenige Gehminuten vom Stephansdom entfernt.

Die schöne Ilona kochte herrliche magyarische Spezialitäten wie Bohnensuppe und Letscho, und bot ihre Tagesteller zu günstigen Preisen an. Sie erfand die Ilona-Palatschinke, eine bis heute beliebte Spezialität des Hauses, Gefüllt mit Marillenmarmelade, Topfencreme, übergossen mit Schokoladensauce.

Das Brot war natürlich gratis beim Essen dabei. Das „Ilona Stüberl“ wurde rasch zu einem beliebten Treffpunkt für Emigranten, wie für Wiener und später entdeckten natürlich auch Touristen das Restaurant. 

Viele Berühmtheiten wählten das „Ilona Stüberl“ bald zu ihrem Stammlokal, unter ihnen Arthur Miller, der nach seiner Scheidung von Marilyn Monroe in den Sechziger Jahren häufig in Wien war.

Maria Fodor, die heutige Besitzerin, führt das Lokal seit 1987 mit ebenso viel Engagement, Herz und Seele weiter. Sie wuchs, entfernt mit Ilona verwandt, in Ungarn auf. Als ihre Mutter 1977 Ilonas Witwer heiratete, kam Frau Fodor nach Wien, lernte die Sprache, besuchte Schulen und machte die Konzessionsprüfung. „Eigentlich sollte ich nach dem Willen meiner Mutter studieren, aber ich wollte unbedingt das ‚Ilona Stüberl’ von meinem Stiefvater übernehmen und wenn mich heute jemand fragt, ob es etwas gibt, das ich bereue, sage ich, das mit dem Lokal bestimmt nicht!“ Dabei waren die Anfangsjahre überaus schwierig. „Kurz nachdem ich übernommen hatte, wurde die Straße wegen Bauarbeiten für eineinhalb Jahre gesperrt. So nahm ich Nebenjobs an, um den auf diese Weise eingeschränkten Betrieb nicht ganz aufgeben zu müssen.“

Oft und sehr gerne serviert Frau Fodor selbst im Lokal und wohl nicht nur deswegen erhielt sie unter anderem 2005 die Auszeichnung „Lieblingswirt des Jahres“ von ganz Wien. Die Wirtschaftskammer ehrte die Wirtin ebenfalls mehrmals mit dem silbernen Ehrenzeichen für ihre besonderen Bemühungen um das Gastgewerbe. „Privat bin ich zwar etwas zu kurz gekommen,“ sagt sie wehmütig lächelnd, „aber ich bekomme alles beruflich zurück.“

Die ursprüngliche Holzvertäfelung mit den Garderobenhaken direkt beim Tisch ist noch vorhanden, und die Dekoration ist hauptsächlich in Rot-Weiß-Grün gehalten, den Nationalfarben Ungarns. Im Winter halten Filzvorhänge die Kälte draußen, im Sommer kühlt ein Deckenventilator wie aus in Rick’s Café in „Casablanca“ den Gastraum.

Frau Fodors Personal ist zwar ausschließlich ungarisch, doch die Speisekarte gibt es in 10 Sprachen, darunter japanisch und russisch. Sie besteht zu 90 Prozent aus ungarischen Gerichten, der Rest ist typisch österreichisch mit Wiener Schnitzel und Zwiebelrostbraten.

Ilona gab jedem Tag der Woche sein eigenes Menü und auch diese Tradition wird bis heute gepflegt. Doktoren und Professoren, die Ilona früher durch die Studienzeit fütterte, kommen immer wieder vorbei und lassen in der warmen Jahreszeit im Schanigarten unter gelben Schirmen jene revolutionäre Zeit Revue passieren.

Wenn Sie gelegtes Kraut möchten, brauchen Sie nicht auf die Speisekarte zu sehen. Es reicht, wenn der Kalender ihnen sagt, dass Mittwoch ist.

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RESTAURANT-FACTS

Ilona Stüberl

lMaria Fodor

Bräunerstrasse 2          1010 Wien        Tel  0043 (0) 1 533 90 29     Faxnummer 00 43 (0) 1 533 90 29-6

www.ilonastueberl.at      fodor.maria@aon.at

https://www.facebook.com/ilonastueberl

Öffnungszeiten: Diesntag bis Sonntag 11:30 bis 23:00, Küche bis 22:00 Uhr.